Regie

"Girolamini - Der Fall der Bücher"

Lettrétage und Tatwerk Berlin2017-18

Eine ausgeraubte Bibliothek in Neapel, eine Buchfälschung in New York, ein Jahrhundertfund in Berlin. Die Begebenheiten rund um einen korrupten Bibliotheksdirektor sind Stoff für einen wahren Krimi. Wie stiehlt man tausende Bücher, ohne dass es jemand mitbekommt? Wie fälscht man Bücher aus dem 17. Jahrhundert? Wie haut man die weltbesten Kunsthistoriker übers Ohr?

In dem "Girolamini" werden zwei der spektakulärsten Kunstkriminalfälle der vergangenen Jahre und die Erfahrungen des Teams bei den Nachforschungen rekonstruiert. Dabei wird die Suche nach Wahrheit zum Zentrum der theatralen Auseinandersetzung.

Anhand von Originalmaterial taucht das Projekt in die Welt der alten Bücher ein und untersucht auf der Bühne die Verflechtungen von Wissenschaft, Leidenschaft, Markt und Kriminalität.
(mehr Infos hier).

"peerspektive - frei nach Ibsens Peer Gynt"

Staatstheater Darmstadt 2014

"In der Kiste regt sich was. Und man staunt, wie klein sich ein Mensch zusammenfalten kann, wenn ein Darsteller nach dem anderen aus den Kartons schlüpft, die über die Bühne der Kammerspiele verteilt sind. Das Kistengebirge könnte mit etwas Fantasie die norwegische Fjordlandschaft andeuten. Simon Köslich nimmt es für seine erste Produktion mit dem Jugendclub „Backstage on stage“ des Darmstädter Staatstheaters aber auch als Anspielung auf das Zwiebelgleichnis in Ibsens Peer Gynt, dessen Suche nach sich selbst Schale um Schale entfernt, bis am Ende nichts mehr da ist.

Das Stück gibt ja eine Menge her, um Lust am Spiel zu finden und Talente zu erproben, und Köslichs Inszenierung vermittelt sowohl den Reiz der sorgsam arrangierten Gruppen-Choreografie als auch die starken individuellen Charaktere seiner Schauspieler, die sehr eigene Begabungen mitbringen und erkennbar entwickeln.

Die Inszenierung formt die wichtigsten Episoden des Dramas in knapp gefasste, abwechslungsreiche Bilder. Da wird Peer zum Popstar bei einem bejubelten Auftritt, ist sein Reichtum Anlass zu einer kleinen Kapitalismus-Satire, es gibt ein kraftvolles Rap-Quartett und lockere Choreografien (Laura Witzleben), während die Musik von Florian Malicke den
Rhythmus des Abends formt und Signale für die wechselnden Stimmungen setzt."

(Johannes Breckner im Darmstädter Echo, 25.4.2018)

Bilder von Barbara Aumüller


sowie 2010-2014 Konzeption und Performance in der Läd Naid Sürpries Reihe, Staatstheater Darmstadt